Autor: jw | Kategorie: Allgemein
Aug 31 2010Die Lebenswelt des Menschen hat sich in den letzten 200 Jahren wohl so drastisch verändert wie nie zuvor. Dabei stellt diese Zeitspanne nur einen verschwinden geringen Anteil der gesamten Menschheitsgeschichte dar. Marino Degano widmet sich in seinem Puzzle “Opus 2″ sogar den Millionen Jahren bevor es den Menschen überhaupt gab. Wir widmen uns heute - wie immer - dem Hintergrund zu einer seiner Darstellungen.
Heute: -2.400 Jahre: Indus-Kultur
Ob die Maya in Mittelamerika oder die Griechen und Römer in Europa - viele menschliche Hochkulturen erblühten lang vor unserer Zeit und verschwanden ebenso wieder. Doch im Gegensatz zu diesen Beispielen blieb das Erbe der Indus-Kultur auch noch für lange Zeit verborgen: erst im Jahr 1922 entdeckten Archäologen aus Groß-Britannien Reste der vergessenen Zivilisation. Eigentlich waren sie auf den Spuren Alexander des Großen im heutigen Pakistan unterwegs gewesen. Forscher zeigten über die Jahren, dass die Indus-Kultur flächenmäßig größer war als das antike Ägypten und Mesopotamien zusammen: 1.250.00 km², die sich über fast das gesamte heutige Pakistan und Teile Indiens und Afghanistans erstreckten. Sie war eine der frühesten Zivilisationen der Welt und obwohl erst etwa zehn Prozent ihrer Siedlungen ausgegraben wurden, weiß man, dass Architektur, Städtebau und Schrift genutzt wurden. Allerdings ist die Schrift nicht entschlüsselt, man weiß nicht welche Sprache die Menschen sprachen und auch das Verschwinden der Kultur ab etwa 1900 v. Chr. bleibt ungeklärt. Selbst Sanskrittexte aus de 1. Jahrtausend vor Christus erwähnen sie nicht. Somit bleibt eine der frühesten und größten Hochkulturen der Menschheit und ein Stück unserer Geschichte weitestgehend ein Mysterium.
Autor: jw | Kategorie: Allgemein
Aug 26 2010Marino Degano scheut sich nicht vor großen Aufgaben: 200 Bilder über 4600 Millionen Jahre in 4000 Teilen, das ist Deganos Puzzle der Superlative „Opus 2“. Was der italienische Künstler so gekonnt in Bildern darstellt, beschreiben wir in Worten ein wenig genauer.
Heute: -2.550 Jahre: Seife
Bis die Seife von ihrer ersten Entdeckung durch die Sumerer bis zum heutigen Verständnis als Reinigungsmittel gelangte, mussten erst über tausend Jahre vergehen. Chemisch gesehen sind Seifen Natrium- oder Kaliumsalze von Fettsäuren. Seifen sind somit das Produkt zerlegter Fette. Die chemische Reaktion, die durch das Verkochen der Fette mit einer Lauge in Gang gesetzt wird, wird als Verseifung bezeichnet.
Die Sumerer entdeckten, dass Pflanzenasche, in ihrer Sprache al-quali genannt und somit der Ursprung des Wortes alkalisch, vermischt mit Ölen besondere Eigenschaften hat und schufen so die Basis für Seifenrezepte. Jedoch übersahen sie dabei die reinigende Wirkung der Seife und es wird vermutet, dass die Sumerer sie als Heilmittel gegen Verletzungen einsetzten. Diese Anwendung wurde später auch von den Ägyptern und Griechen übernommen, doch erst die Römer erkannten die reinigende Wirkung der Seife. Allerdings wuschen sich die Römer traditionell mit Bimsstein und die Reinigung mit Seife war als verweichlichend verpönt. Erst im 7. Jahrhundert verkochten die Araber erstmals Öl und Lauge miteinander und kreierten damit die Seife in ihrer heute bekannten Form. Von diesem Zeitpunkt an verbreitete sich das Wissen um die Seifenherstellung und ihre Anwendung schnell in ganz Europa aus.
Autor: jw | Kategorie: Allgemein
Aug 24 2010Geschichte in Bildern - das ist Marino Deganos Puzzle “Opus 2″. Während man die 4.000 Teile des Puzzles zusammenfügt, entstehen 200 Darstellungen in denen der Künstler die Geschichte der Menschheit bis zu Christi Geburt aufzeigt. Auch heute erklären wir eines der Bilder im Detail.
Heute: - 2.600: Die Pyramiden
Nicht umsonst gehören die Pyramiden von Gizeh, die nur etwa 15 Kilometer vom Kairoer Stadtzentrum entfernt liegen zu den großen Attraktionen für Reisende in Ägypten. Schließlich sind sie weit mehr als drei der ältesten Bauwerke der Welt: sie sind sagenumwobene Grabstätten, gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe und sind das einzige der sieben Weltwunder der Antike, das bis heute erhalten blieb.
Die größte, älteste, höchste und somit wohl bekannteste Pyramide der Welt ist dabei die des Pharaos Chufu, der unter seinem griechischen Namen Cheops weitaus bekannter ist. Sie war ursprünglich über 145 Meter hoch, ist genau nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet und der Unterschied in den Längen ihrer vier Seiten beträgt weniger als ein Promille. Oftmals wird sie jedoch mit der mittleren ihrer Schwestern, der Chephren-Pyramide verwechselt. Diese ist zwar etwa drei Meter niedriger, wurde jedoch auf einem höheren Felsen errichtet und steht daher etwa zehn Meter höher als die Cheops-Pyramide. Doch nicht nur aufgrund ihrer Größe und Präzision ist die Cheops-Pyramide einzigartig in Ägypten. Keine andere Pyramide beherbergt wie sie nicht nur eine, sondern gleich drei Grabkammern in ihrem Inneren. Somit unterscheidet sich die Königin der Pyramiden von außen zwar kaum von anderen Pharaonengräbern, von innen ist sie jedoch absolut einzigartig.
Autor: jw | Kategorie: Allgemein
Aug 17 2010Ein Puzzle von dem man über das Zusammenfügen hinaus etwas lernen kann? Marino Degano macht es mit “Opus 2″ möglich, das in 200 Bildern puzzeln und Geschichtsunterricht miteinander verbindet. Wir vertiefen das Ganze wie immer noch mit der Geschichte hinter einer der Darstellungen des Puzzles.
Heute: -2.650 Jahre: Gilgamesch Epos
Ringen mit den Naturgewalten, Machtkämpfe in der Gesellschaft, Liebe, der Sinn des Lebens und das menschliche Schicksal und schließlich noch der Wunsch nach Unsterblichkeit: das Gilgamesch Epos. Es ist eine der ältesten überlieferten literarischen Dichtungen überhaupt und zeigt uns, dass die Grundprobleme des menschlichen Lebens nach über 4.000 Jahren noch sehr ähnlich sind. Fast genauso lange hielt sich Gilgamesch vor der Wahrnehmung der Menschen versteckt: erst im 19. Jahrhundert wurde der Text nach der Übersetzung der Keilschrift wieder entdeckt, wobei er aus einzelnen Fragmenten zusammen gesetzt wurde und Lücken teils frei rekonstruiert werden mussten. Die Helden des Epos sind Gilgamesch, der zu zwei Drittel Gott und zu einem Drittel Mensch ist sowie sein Gefährte Enkidu. Enikdu ist zunächst ein Tiermensch und wird erst durch den Kontakt mit Menschen zivilisiert. Gilgamesch kann auf eine reale Persönlichkeit zurückgeführt werden, die um 2800 v. Chr. König der babylonischen Hauptstadt Uruk war. Gilgamesch ist auch im Epos der Herrscher von Uruk und tyrannisiert sein Volk. Enikdu soll als Gegengewicht zum König die Menschen aus ihrer Fron befreien - nach einem Kampf werden er und Gilgamesch Freunde und erleben viele Abenteuer. Doch eines davon kostet Enikdu schließlich das Leben und von Todesangst getrieben begibt sich Gilgamesch auf die Suche nach dem ewigen Leben. Es ist dieses menschliche Verurteiltsein zum Tode, die Tatsache, dass Unsterblichkeit unmöglich ist, die das zentrale Thema des Epos bildet.
Autor: jw | Kategorie: Allgemein
Aug 13 2010Tausende von Jahren menschlicher Geschichte in Bildern erzählt Marino Degano in seinem Puzzle „Opus 2“, bis hin zum Jahr 0 unserer Zeitrechnung: Christi Geburt. Hinter Deganos Illustrationen steckt dabei stets mehr – auch heute wollen wir einen Teil des Puzzles genauer beleuchten.
Heute: -2.750 Jahre: Tee
Vor fast 4.000 Jahren wurde ein heißes Aufgussgetränk zum Teil menschlicher Kultur und ist es bis heute geblieben: der Tee. Er wird aus unterschiedlichen Teilen der Teepflanze hergestellt. Zum Tee im engeren Sinne gehören die Hauptsorten Schwarztee, Oolong sowie Grüner und Weißer Tee. Bei der traditionellen Produktion von Schwarztee durchlaufen die Teeblätter fünf Stufen: das Welken, damit die Blätter weich und zart werden, das Rollen, das Aussieben, die Oxidation und zum Schluss die Trocknung. Die verschiedenen Teesorten unterscheiden sich vor allem im Grad der Oxidation. Inzwischen gibt es weltweit Länder, die für ihre Teekultur bekannt sind, doch lange Zeit war Tee nur in seinem Ursprungsland China bekannt und wurde zunächst auch nur dort angebaut. Es dauerte fast 3.000 Jahre bis die Teekultur in Japan erblühte und erst als man 1823 in Assam, Indien, wildwachsende Pflanzen entdeckte, wurde die Annahme widerlegt, dass Tee ausschließlich in China wachse. Nach Europa kam der Tee Anfang des 17. Jahrhundert, wo sich in nicht einmal 100 Jahren eigene Teekulturen wie in England oder Ostfriesland entwickelten.